Geschichte
Der Pfarrbezirk der Versöhnungskirche Buschfeldstraße ist ein Teil der evangelischen Kirchengemeinde Köln-Dellbrück. Die seit 1610 bestehende evangelische Gemeinde Mülheim baute 1905 an der Grenze zwischen Holweide und Dellbrück die Christuskirche als erste evangelische Kirche im Bereich der ehemaligen Bürgermeisterei Merheim. Sie wurde dem Stile der Jahrhundertwende entsprechend als mittelgroße Hallenkirche mit einem schmucken Kirchturm, dem ein Zwiebeldach aufgesetzt ist, errichtet.
1913 wurde der Pfarrbezirk Dellbrück selbständige Gemeinde. Vorher diente als Sammelpunkt der evangelischen Christen von Holweide die 1904 gegründete evangelische Schule, die 1909 ihr eigenes Schulgebäude an der Buschfeldstraße beziehen konnte.
Von 1930 bis 1959 betreute die Gemeindeschwester Käte Kaul den Bezirk, auch in den Kirchenkampf- und Kriegszeiten. Pfr. i.R. Lenz richtete 1950 die ersten Wochenschlußandachten in Holweide ein, die freundlicherweise in einem Raum des katholischen Marienstiftes gehalten werden konnten.
Ab 1954 wurde der Gottesdienst wieder in der evangelischen Volksschule Buschfeldstr. und später im Saal der evangelischen Stadtmission an der Johann-Bensberg-Str. gehalten.
Mit zunehmender Bebauung in den Bereichen Köln-Dellbrück und Köln-Holweide ergab sich die Notwendigkeit, neue Pfarrstellen einzurichten. So wurden 1953 mit der Errichtung der zweiten Pfarrstelle zwei Bezirke gebildet.
1964 erfolgte due Aufteilung in drei Pfarrbezirke und am 1.Mai 1965 übernahm Pastor Jankowski die am 1.1.1964 vom Landeskirchenamt in Düsseldorf errichtete Pfarrstelle Versöhnungskirche Köln-Holweide der evangelischen Kirchengemeinde Köln-Dellbrück.
1965 wurden im Abstand einer Woche die Gemeindezentren der Pauluskirche in Köln-Dellbrück und der Versöhnungskirche in Köln Holweide eingeweiht.
Die evangelische Kirchengemeinde Köln-Dellbrück umfaßt die Stadtteile Köln-Dellbrück und Köln-Holweide. Sie gliedert sich in drei Gemeindebezirke, deren Mittelpunkt je ein vollausgebautes Gemeindezentrum mit Kirche und Gemeindehaus bildet. (Bezirk II und III auch mit Kindergarten). Die Verwaltung ist im Gemeindeamt Köln-Dellbrück zentralisiert. Außerdem unterhält die Gemeinde eine Schwesternstation in der Hagedornstr., Köln-Dellbrück.
Es gehören:
zum Bezirk I (Pauluskirche): Dellbrück, Thielenbruch, Strunden (z.Zt. Pfarrer Hoffmann)
zum Bezirk II (Christuskirche)
Dellbrück westlicher Teil, Holweide östlicher Teil (ab Gerhart-Hauptmann-Str. (ganze Siedlung), Rodstr., Kaspar-Düppes-Str., Kochwiesenstr. ) z.Zt. Pfarrer Schröder
zum Bezirk III (Versöhnungskirche)
restliches Holweide (z.Zt. Pfarrer Himmeröder)
Zum Bezrik III gehören etwa 3000 Gemeindemitglieder. In ganz Holweide wohnen etwa 5000 evangelische Christen.
1965 konnte nach jahrelangen Grundstücksverhandlungen und umfangreichen Planungen nach dem Architektenentwurf von Dipl.Ing. Georg Raasch der Neubau des sehr schönen gesamten Gemeindezentrums mit Kirche und Kindergarten verwirklicht werden.
Die Festschrift zur Kirchweih am 11.Juli 1965 ermahnt die Gemeinde: "Wenn Ihr zur Kirche geht, versöhnt Euch miteinander; Mann und Frau - Kinder und Eltern - Arbeitnehmer und Arbeitgeber - Weiße und Farbige - Evangelische und Katholiken - Christen und Andersgläubige!"
Der Besucher der Kirche wird schon an der Straße von einem schützenden Dach empfangen. Dessen lebendige Holzkonstruktion überspannt kühn den geräumigen Vorhof und führt im Innern der Kirche als Empore weiter bis über das Taufbecken. Der Eintretende erfährt so, daß die Taufe der Anfang des Lebens in der christlichen Gemeinschaft ist. Und er erfährt, dass die Kirche nicht weltfern sein will, denn frei geht sein Blick zurück auf den Vorhof, der nur durch eine große, bis an die Decke reichende Glasscheibe vom Innenhof getrennt ist. Die gleiche Natursteinpflasterung innen und außen unterstreicht augenfällig die Verbindung der Kirche mit der Außenwelt.
Durch seine klaren geometrischen Formen wirkt der Innenraum einfach und nüchtern. Die reizvolle Holz-Kassettendecke läßt zu den Wänden hin Platz für eine umlaufende Fensterreihe auf dem Flachdach. So müssen die weiten, durch helles Mauerwerk strukturierten Wände nicht durch Fenster unterbrochen werden. Das von oben einfallende Tageslicht bricht sich an den weißen Steinen und erfüllt den Raum mit freundlicher, angenehm dämpfender Helligkeit.
Inmitten des Raumes steht der mächtige Altar, der aus dem gleichen Naturstein der Eifel gemeißelt ist, wie der Boden. Um diesen Tisch des Herrn versammeln sich die Abendmahlsgäste im Kreis.
Das große Bronzekreuz wurde von dem Kölner Künstler Wolf von Borries geschaffen. Zwischen Kanzel und Altar stehend, weist es auf die Beziehung zwischen Wortverkündigung und Sakrament hin: Beides gründet im Liebeswerk Jesu Christi, der durch seinen Tod den Menschen mit Gott versöhnt.
Das Kreuz wächst aus einem Baum, dessen Blattwerk an den Lebensbaum, die Thuja, erinnert. In der Mitte allen Lebens steht das Kreuz: es soll auch die Mitte unseres Gemeindelebens sein. Das Kreuz hält unsere Gemeinschaft zusammen, es ermutigt, gibt Hoffnung und versöhnt. Gottes Geist erweckt die Gemeinde zur Lebendigkeit in dieser Welt.
Zwei Treppenstufen führen hinab zu dem Rondell des Taufbeckens unter der Empore. Im Kreis auf der Holzbank sitzend kann sich die Taufgemeinde hier als Gemeinschaft erleben und ist doch nicht von der Gesamtgemeinde getrennt: Da die Taufe die Aufnahme in die Gemeinschaft aller Christen ist, wird immer nur im Hauptgottesdienst unter Beteiligung der Gesamtgemeinde getauft.
Die Orgel auf der Empore über dem Taufbecken hat zwei Manuale und vierzehn Register. Sie ist akustisch sehr gut auf den Kirchenraum abgestimmt und fügt sich im Aufbau sehr harmonisch ein.
Auszug "Heimatbuch Holweide" (Stand 1986)
Kontakt
Pfarrer:
Erhard Himmeröder
Friedlandstr. 1
51067 Köln
Tel: 63 43 64
Diakoniebüro:
Ilona Lang
Friedlandstr. 3
51067 Köln
Tel: 63 12 66
Fax: 990 97 51
e-mail: himmeroeder[at]kirche-koeln.de
Literatur
Festschrift zur Kirchweih vom 11.07.1965





